Andreas Felder, Dipl. Psychosozialer Berater
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Stress & Stabilität

Wenn der Sommer still wird: Was bei Einsamkeit hilft

Wenn freie Tage mehr Leere als Erholung bringen

11. August 2026 2 Min. Lesezeit
Ein Mann sitzt an einem sonnigen Tag allein an einem Tisch in einem Café am Wasser.

Freie Zeit fühlt sich nicht für alle leicht an. · Bild: Luca Gößl / Unsplash

Du brauchst keinen perfekten Sommer. Ein ehrlicher Kontakt für zwanzig Minuten zählt.

Wenn Sommerbilder Druck machen

Sommer gilt oft als Zeit für Urlaub, Freunde, Seen und Feste. Wer zu Hause bleibt, wenig Geld zur Verfügung hat, jemanden vermisst oder wenig Kontakt erlebt, erlebt dieselben Wochen anders.

Eine aktuelle Aussendung der Telefonseelsorge Wien nennt Einsamkeit, Belastung durch Hitze, psychische und körperliche Erkrankungen sowie Beziehungsprobleme als häufige Gesprächsthemen im Sommer 2026.

Ein schwieriger Tag wird nicht leichter, nur weil draußen Sonne scheint. Ein Urlaubsfoto anderer Menschen erzählt auch nur einen Ausschnitt.

Einsamkeit und Alleinsein sind verschieden

Die WHO beschreibt Einsamkeit als schmerzhaftes Gefühl, wenn gewünschte und vorhandene soziale Nähe nicht zusammenpassen. Soziale Isolation meint dagegen einen objektiven Mangel an sozialen Kontakten.

Du musst für Einsamkeit nicht ohne Menschen sein. Dieses Gefühl taucht auch in Beziehungen, Familien, Gruppen oder mitten unter Leuten auf.

Ein kleiner Kontakt zählt

Wenn der Tag still wird, brauchst du keinen großen Plan. Wähle einen kleinen Schritt.

Schreib einer Person nicht: „Wir müssen uns unbedingt wieder treffen.“ Schreib konkreter: „Hast du heute zwanzig Minuten für einen Kaffee oder ein Telefonat?“

Setz dich an einen Ort, an dem andere Menschen sind. Geh eine vertraute Runde. Ruf jemanden an, bei dem du keine Rolle spielen musst.

Das Österreichische Gesundheitsportal empfiehlt bei Einsamkeit kleine umsetzbare Schritte, etwa ein Gespräch zu suchen, unter Leute zu gehen, wohltuende Aktivitäten zu wählen und soziale Kontakte zu pflegen.

Dein Sommer braucht keinen Vergleich

Beim Scrollen siehst du Ausflüge, Freundesgruppen und Sonnenuntergänge. Du siehst selten Langeweile, Streit, Geldsorgen oder stille Stunden.

Wenn du beim Scrollen merkst, dein Blick auf dich selbst wird härter, leg das Handy für eine Weile weg. Nicht als Verbot. Als Unterbrechung.

Dein Sommer muss nicht wie der Sommer anderer Menschen aussehen.

Eine Frage für heute

Wer ist ein Mensch, bei dem du dich nach einem Gespräch etwas mehr wie du selbst fühlst?

Schreib genau dieser Person. Ein Satz reicht: „Magst du heute kurz reden?“

Fachliche Grundlage

Quellen und Prüfung

Fachstand geprüft am 11. August 2026.

  1. Österreichisches Gesundheitsportalgesundheit.gv.at
  2. World Health Organization, Commission on Social Connectionwho.int
  3. Telefonseelsorge Wien, Presseaussendung vom 16. Juli 2026ots.at

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